Anlässlich des hundertsten Weltfrauentages erklärt Catharina Nies, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Schleswig-Holstein :

„100 Jahre Weltfrauentag: da drängen sich Fragen auf. Zum Beispiel, warum wurde der Frauentag eingeführt? Was geschah vor 100 Jahren? Was haben wir seit da an erreicht und was versäumt?
Was läuft gesamtgesellschaftlich falsch, wenn das Machtgefälle zwischen Frau und Mann nach wie vor unsere wirtschaftlichen und politischen Strukturen bestimmt?

Ich stelle mir an einem Tag wie heute viele Fragen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. 100 Jahre Weltfrauentag darf uns nicht vergessen lassen, dass leider nach wie vor massive Ungleichheiten und (strukturelle) Diskriminierungen in Deutschland und der Welt bestehen und dass das Echo unserer hiesigen Emanzipation in manchen Ecken der Welt noch keinen Nachhall gefunden hat.

In vielen Ländern gehören die Unterdrückung der Frau und die Gewalt an Frauen nach wie vor zum Alltag. In Konfliktregionen entladen sich bewaffnete Konflikte auch immer gezielt in sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen. Damit muss endlich Schluss sein. Und unsere deutsche sowie europäische Außenpolitik muss ihre zwischenstaatlichen Beziehungen konsequenter an Bedingungen zum Schutz der Menschenrechte heften. Die Alphabetisierung der Frau muss global vorangetrieben werden. Die Implementierung der UN-Resolution 1325 muss schneller voran schreiten. Die Geschlechterperspektiven müssen stärker in Politik, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft integriert werden.

Gleichberechtigung heißt für mich, die bestehenden Rechte allen Menschen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, ihrer Herkunft oder Religion uneingeschränkt einzuräumen. Gleichberechtigung heißt gleiche Teilhabe- und Teilnahmemöglichkeiten. Kurz: Partizipationszugänge für alle!

Frauen wehren sich an jedem einzelnen Tag gegen die Beschneidung ihrer Rechte. Und das mit Recht!
An Tagen wir diesen verneige ich meinen Kopf vor den vielen Hilfsorganisationen die überall auf der Welt Geschlechterperspektiven transportieren, für Frauenrechte kämpfen, traumatisierten Frauen helfen ein neues Leben zu beginnen und einfach präsent sind, wo sie gebraucht werden. Ich wünsche Euch den Mut weiterzumachen, egal wie viele patriarchale Steine Euch noch gewaltvoll in den Weg gerollt werden!“

Alexander Nabert, frauen und genderpolitischer Sprecher der GRÜNEN JUGEND Schleswig Holstein ergänzt:

„Hundert Jahre Weltfrauentag. Bei dem Gedanken daran habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge: Es freut mich, dass Morgen überall auf der Welt für Gleichberechtigung gestritten wird aber es ärgert mich, dass dies überhaupt noch nötig ist. Gerade in Wirtschaft und Politik ist es für Frauen weiterhin schwer, Führungspositionen zu erlangen wie beispielsweise einen Platz in einem Aufsichtsrat oder Unternehmensvorstand. Die „Gläserne Decke“ ist nach wie vor eine unabstreitbare Realität. Die nötigen Debatten über die gesetzliche Frauenquote sind eine scheinheilige Tortour mit einem stark zu kritisierendem Klima und einer deutlich zu spürenden Aggressivität. Dabei ging es bei der letzten öffentlichen Debatte in Deutschland nur um die Quote für Aufsichtsräte – von Unternehmensvorständen und Landeslisten war nicht die Rede.

Eine zentrale Forderung der Frauenbewegung ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder „Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“, dass dieses Ziel immer noch nicht erreicht ist, zeugt davon, wie wenig offen ein großer Teil der Wirtschaft immer noch ist, Gleichstellung zu verwirklichen. Das ist im höchsten Maße beschämend. Der Weltfrauentag ist ein Tag, um darauf und auf andere Gleichstellungsdefizite aufmerksam zu machen. Ein Tag von 365 Tagen jährlich. Ich schließe mich Dimitra Kostimpas, der Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, an und und sage: Jeder Tag ist Frauentag!“