Zu der von der Jungen Union befürchteten „Abschaffug der Schulnoten an Grund- und Gemeinschaftsschulen“, sagt der Sprecher der Grünen Jugend Schleswig-Holstein,
Lasse Petersdotter:

Der ideologische Kleinkrieg, welchen die Junge Union Schleswig-Holstein gegen Ministerin Wende führen möchte, nimmt langsam aberwitzige Ausmaße an.

Aktuell gibt es an Grundschulen bis zur dritten Klasse keine Ziffernoten. Der nun erfolgte Vorschlag aus dem Ministerium sieht vor, dass Grundschulen auch über die dritte Klasse hinaus Kompetenzzeugnisse ausstellen dürfen. Die Möglichkeit zu Ziffernoten in der dritten und vierten Klasse bleibt aber weiterhin vorhanden. Mehr Sachverstand, bitte! Setzen 6, liebe JU!

Dass Frau Wadephul bei einer individuelleren Einschätzung der Schüler*innen von einem intransperenten Bewertungssystem spricht, halte ich für unhaltbar. Immerhin sind Lehrer*innen durch Kompetenzzeugnisse auch endlich in einer Erklärungspflicht und können sich nicht hinter kaum überprüfbaren Ziffern verstecken. So ist die Leistungsbewertung für Schüler*innen und Eltern besser nachvollziehbar.

Wir sehen die Grundschule nicht als eine auf Leistungsbereitschaft basierende Lernanstalt, in der „Kuschelpädagogik“ den Lernerfolg in Lesen, Schreiben und Rechnen bremst. Die Grundschule ist viel mehr eine prägende Phase für Sozialkompetenz und die eigene Orientierung. Durch das Beziffern der Leistung steigt nicht die Leistungsbereitschaft. Nur mit ausdifferenzierter und individueller Bewertung können Schüler*innen an ihren jeweiligen Schwächen und Stärken arbeiten.

Auch die Gemeinschaftsschulen können in der Klasse 5 bis 7 weiterhin Ziffernoten vergeben, wenn sie dies in einer Schulkonferenz beschließen.

In dem emotionalen Feldzug gegen Frau Wende verliert die JU zunehmend das Ziel aus dem Auge: Für ein Schulsystem zu streiten, welches niemanden zurücklässt, Sozialkompetenz fördert, Chancengerechtigkeit aufweist und so zu einem nachhaltigen Lernerfolg führt!

[Hier die Pressemitteilung der Jungen Union Schleswig-Holstein]
[Hier ein Beitrag des NDR zum gleichen Thema, sowie eine Stellungnahme der LSV der Gymnasien SH]