Am 8. März ist der Frauen*kampftag und wir gehen auf die Straße, um laut und deutlich zu zeigen, dass der Kampf noch nicht zu Ende ist! Seit 1911, als die Sozialistin Clara Zetkin den ersten internationalen Frauen*tag begründete, hat sich viel verändert. Doch obwohl eine Frau an der Spitze unserer Regierung steht und Männer* und Frauen* laut Grundgesetz gleichberechtigt sind, gibt es noch immer keine gesellschaftliche Gleichberechtigung! In vielen Bereichen des Alltags erfahren Frauen* derweil Diskriminierung: ob im Beruf, in der Haus- und Sorgearbeit, oder durch Sexismus in der Popkultur. Jede dritte Frau* in Europa hat in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, die Bezahlung von Frauen* und Männern* in Deutschland unterscheidet sich bei gleicher Qualifikation um 22%.

Unsere Gesellschaft ist durch ein starres System geprägt, das auch im 21. Jahrhundert nur die Geschlechter “Frau” und “Mann” zulässt. Dieses zweigeteilte Modell entspricht nicht der Wirklichkeit und muss aufgebrochen werden! Wir leben in einer männlich* dominierten Welt, die Frauen* in ihren Lebenswelten strukturell diskriminiert und ihnen Raum nimmt.

Außerdem werden besonders Frauen* und deren Körper zu einem Objekt auf dem ausbeuterischen Markt des Kapitalismus gemacht, was Frauen* unter einen großen Anpassungs- und Leistungsdruck setzt. Der Kampf für Frauen*rechte ist daher auch immer ein Kampf gegen den Kapitalismus!

Wir sehen europaweit rechtspopulistische Parteien erstarken und in Parlamente einziehen. Sie verbreiten antifeministische Inhalte und vertreten reaktionäre Familienbilder und Rollenvorstellungen. Queer*feministisch zu sein, bedeutet daher auch, sich strikt gegen rechte, antifeministische Propaganda zu positionieren. Insbesondere wenn sie versuchen, unter dem Deckmantel feministischer Bestrebungen rassistische Aussagen zu rechtfertigen. Unser Feminismus ist antirassistisch!

Besonders Frauen*, die nicht dem Idealbild des Kapitalismus entsprechen, Frauen*, die nicht weiß, reich und heterosexuell sind, sind von vielen Arten der Diskriminierung betroffen. Wir fordern Gleichberechtigung auf allen Ebenen der Gesellschaft und stehen für einen Feminismus, der den ethnischen und sozialen Hintergrund, sowie die sexuelle Orientierung und das Geschlecht der Menschen berücksichtigt.

Lasst uns solidarischen Feminismus gemeinsam auf die Straßen tragen!

Kaja Kröger, Denise Loop und Rebecca Morsch