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Das für viele Unfassbare ist geschehen. Knapp 1,25 Millionen Menschen haben den Unterschied gemacht. Während 1975 noch 67% für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt hatten, hat nun eine knappe Mehrheit dafür gesorgt, dass Europa in den nächsten zwei Jahren auf den Kopf gestellt wird. In dieser Zeitspanne wird die EU mit dem ab Oktober neu gewählten Premierminister einen konkreten Austritt Großbritanniens verhandeln.

Bei der Wahl über den #Brexit fällt auf, dass deutlich über 60% der 18 bis 24-Jährigen jungen Menschen für einen Verbleib in der EU gestimmt haben. Die über 60-Jährigen haben dagegen mehrheitlich für einen Austritt gestimmt und somit über einen wichtigen Teil der Zukunft der Jugend entschieden.

Was heißt das jetzt für die Zukunft der Europäischen Union?

Es bedeutet vor allem eins: Eine Chance sich weiterzuentwickeln! Die Europäische Union war in der Vergangenheit vor allem wegen ihrer wirtschaftlichen Vorzüge ein beliebter Raum für die Länder auf dem Europäischen Kontinent. Das mangelnde Interesse der Nationalstaaten Souveränität an die EU abzutreten katapultiert den Kontinent zurück und gibt den Kräften Auftrieb, die eine Spaltung Europas vorantreiben wollen. Diesen Kräften dürfen wir nicht das Feld überlassen, weil die Auswirkungen auf Europa und seine Ideale: Freiheit, Menschenrechte und Demokratie, uns noch weiter in eine Zeit zurückwerfen würden, die von Nationalstaatlichkeit, Einzelinteressen und vermehrter Konkurrenz geprägt wäre. In einer globalisierten Welt kann ein einzelner europäischer Staat nicht alleine gegen die anderen Nationen seine Interessen vermitteln. Es bedarf einer Europäischen Union um weiterhin als ein politisches Gewicht auf internationaler Bühne in Erscheinung zu treten.

Dennoch muss Europa sich verändern, um Bestand zu haben. Das komplizierte Geflecht der europäischen Institutionen muss vereinfacht und die Mitspracherechte der Mitgliedsländer reformiert werden. Mit dem Europäischen Parlament haben wir ein supranationales Organ, welches in seinen Rechten immer noch stark beschnitten ist. Das Parlament zu stärken wäre ein erster Schritt für eine bessere Integration in Europa. Die einzelnen Staaten nehmen zu viel Einfluss auf die Entscheidung der EU-Kommission und Vereinbarungen auf EU Ebene werden zu selten auch wirklich umgesetzt. Die fehlende europäische Öffentlichkeit ist das oft beschworene Problem der EU, welches aber kaum durch konkrete Maßnahmen gelöst werden kann. Die positiven Seiten der Europäischen Union treten zu oft in den Hintergrund oder geraten ins Vergessen. Dennoch fühlt sich ein großer Teil, wenn nicht sogar der größte Teil der europäischen Jugend, europäisch und das gibt Hoffnung für die Zukunft.

Doch damit die Jugend in Europa mehr Gehör findet, bedarf es einer aktiveren und politischeren Jugend. In Schottland wurde bereits gestern für Europa auf die Straße gegangen und tausende Jugendliche sind mit blauer Fahne durch die Straßen spaziert. Wenn wir uns nicht die Zukunft von den Generationen vor uns kaputt machen lassen wollen, müssen wir uns Gehör verschaffen. Das bedeutet Engagement, das bedeutet Zeitaufwand, das bedeutet auch ungemütlich zu sein, Niederlagen zu verkraften und das heißt in letzter Instanz auch den Streit und die Auseinandersetzung suchen. Europa und unsere Zukunft müssen es uns wert sein.

 

Autor: Malte Krüger