Moin,

ich bin Einhard Leichtfuß und ward am 23. Oktober 2016 in den Landesvorstand der Grünen Jugend Schleswig-Holstein gewählt.

Ursprünglich komme ich aus Ostholstein, wo ich auch mehr oder minder erfolgreich eine Basisgruppe der Grünen Jugend zu revitalisieren versucht habe.
Seit Kurzem habe ich ein Studium der Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begonnen.
Neben der Informatik bin ich sehr an meinen Nebenfächern, der Philosophie und der Mathematik, sowie naturgemäß an Politik interessiert.

Bereits bei der kurzen Vorstellung als Kandidat habe ich explizit zum Ausdruck gebracht, dass ich eine kritische Stimme sein werde.
Insofern bin ich nicht Grüner, sondern vielmehr Mensch und Idealist, der einige grüne Ideale teilt, und werde auch als solcher meine Funktion ausüben.
Dementsprechend freue ich mich auch selbst über jegliche kritische Rückmeldung.

Im Allgemeinen ist mir wichtig eine soziale Gerechtigkeit, konkret bin ich ein großer Freund des Bedingungslosen Grundeinkommens, leider jedoch kein Experte auf diesem Gebiet.

Ich betrachte den Menschen als Individuum, der also solcher betrachtet, gefördert und gefordert werden muss, im Gegensatz zu der Betrachtung des Menschen als Teil einer Gesellschaft, die zu funktionieren hat.

Ich habe 9 Jahre das Gymnasium besucht und mich, zumindest zum Ende, sehr kritisch mit dessen Realität auseinandergesetzt.
Ich wünsche mir eine Bildung im Sinne des Humanismus, die auf das Wohl des Einzelnen zielt und insbesondere sein eigenständiges und kritisches Denken zu fördern sucht, wie es auch § 4 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes gebietet.
Leider habe ich persönlich die Erfahrung machen müssen, dass diese Art der Bildung an der Schule eher selten anzutreffen ist und Kritik daran im Allgemeinen nicht gern gesehen, gar zu unterdrücken versucht wird.

Qua meines Interesses an Informatik halte ich fürderhin Datenschutz für ein weitaus zu wenig beachtetes Thema.
Fast jeder Mensch, insbesondere der jüngeren Generation, nutzt heutzutage ein sogenanntes „smart phone“, ein Gerät, das datenschutztechnisch eine Katastrophe ist, seinen Nutzer auf Schritt und Tritt – nicht nur im Internet
– überwacht.
Ein „smart phone“ befindet sich nicht unter der Kontrolle seines Nutzers, wie viele vielleicht glauben mögen, sondern ist vielmehr in der Hand der Großen, nein – vielmehr der Mächtigen dieser Welt.
Die angepriesene „smartness“ dient konsequenterweise auch nur jenen Mächtigen, nicht dem scheinbaren Besitzer des Geräts.
Fast genauso schlimm steht es um das am Weitesten verbreitete Desktop-Betriebssystem – „Windows“.

Und das Schlimmste daran ist das fehlende Interesse.
Wir werden zum gläsernen Bürger und tragen täglich dazu bei mit unseren ach so praktischen „smart phones“, dem Verkauf unseres Kaufverhaltens für ein paar mickrige Payback Punkte, dem Verkauf unserer intimsten Daten für ein paar Hundert „Freunde“ oder „Likes“.

Wie kann es sein, dass die NSA-Spähaffäre nicht nur ohne jegliche Konsequenzen bleibt, sondern gar in gleicher Form fortgeführt wird?
Wie kann es sein, dass im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung alle unsere Verbindungsdaten, d.h. unser nicht analog geführtes soziales Leben, wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum, gespeichert werden?

Es wird immer gerne der Fortschritt angepriesen.
Doch warum ist dann unsere heutige Welt den im vergangenen Jahrhundert erdachten Dystopien so nah?

Folglich bin ich ein wenn auch nicht stolzer, so doch zufriedener Träger eines „dumb phone“ und – nicht nur des Datenschutzes wegen – großer Verfechter Freier und Quelloffener Software, wie z.B. GNU/Linux oder Libre Office.

Leider ist Freie Software [0] in der Grünen Jugend weder stark verbreitet noch besonders geschätzt, was ich zu ändern suche.

Meines Erachtens sollte jede öffentliche Einrichtung, insbesondere Schulen ausschließlich Freie Software nutzen, zumindest jedoch sollte an letzteren jeder Schüler die Möglichkeit dazu haben.
Denn was wäre ein proprietäres Betriebssystem wie „Windows“, würde jeder bereits im Kindesalter Alternativen kennen und zu einer bewussten, abwägenden Entscheidung befähigt sein?
Man beachte im Übrigen die erhebliche Werbewirkung, die insbesondere in diesem Rahmen von Seiten der Schulen ausgeht.

Qua meiner technischen Affinität, wie es wohl heißt, werde ich mich neben inhaltlicher Arbeit in der Grünen Jugend Schleswig-Holstein teils um technische Belange, wie etwa die Website oder die Mailinglisten, zu kümmern bemühen.

Wer Kritik, Fragen oder Anregungen an mich richten möchte, erreicht mich (außer in Fällen, in denen das Mailingsystem nicht will) unter [1], oder per Brief
an die Landesgeschäftsstelle.

[0] Definition
Freie Software

[1] PGP Schlüssel

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