BESCHLUSS LMV 2019.2, 22.09.2019

Bundesweites Abitur

Die Grüne Jugend SH setzt sich dafür ein, dass die schriftlichen Abiturprüfungen und die Abiturvorbereitung bundesweit gleich sein sollen. Die Aufgaben sollen unter Aufsicht der Kultusminister*innenkonferenz erstellt werden. Es soll bundesweit vereinheitlicht werden, dass 3 schriftliche und eine oder zwei mündliche Prüfung absolviert werden müssen, wobei selbstverständlich auch die derzeitigen Regelungen für Ersatzleistungen beibehalten werden sollen. Die schriftlichen Prüfungen sollen anonymisiert von fremden Lehrkräften korrigiert werden. Die Ergebnisse der Prüfungen sollen (zusammen mit 1-2 mündlichen Prüfungen) ein Drittel der Abiturnote ausmachen.

Eine Schule für Alle!

Die Grüne Jugend SH spricht sich für ein eingliedriges Schulsystem, einer 
„Schule für Alle“ aus, in der alle Schüler*innen bis zur 9. Klasse zusammen 
lernen.

An einer „Schule für alle“ werden alle Schüler*innen – mit und ohne Behinderung – unterrichtet. Förderzentren in ihrer jetzigen Form sollen Schritt für Schritt aufgelöst werden. Das gemeinschaftliche Lernen als oberstes Ziel inkludiert die barrierefreie Gestaltung der gesamten schulischen Infrastruktur.

Mehr Flexibilität wagen

Die Grüne Jugend SH setzt sich dafür ein, dass der Unterricht flexibler und 
individueller gestaltet wird. Dies bedeutet, dass der Stundenplan und das Klassensystem aufgeweicht aber nicht abgeschafft werden müssen und die Schüler*innen und und mindestens zwei Lehrpersonen gleichzeitig stärker nach aktuellem Bedarf und Interesse die Inhalte und Lerngruppen wählen können. Es soll weniger Frontalunterricht im Klassenverband stattfinden und mehr Unterricht in Kleingruppen, in Einzel- und Partnerarbeit sowie in Projekten. Projekte und praxisorientiertes Lernen sollten eine größere Rolle im Schulalltag spielen. Hierfür ist es auch wichtig, stärker mit Unternehmen, Vereinen und Verbänden zusammen zu arbeiten. Auch sollen die Lehrkräfte stärker auf Binnendifferenzierung in der Schule achten, sodass nicht alle Schüler*innen immer die gleichen Aufgaben bekommen, sondern je nach 
Lernniveau andere. Zur Durchsetzung dieser Ziele spricht sich die Grüne Jugend SH für die Senkung der maximalen Anzahl der Schüler*innen pro Klasse aus, sodass Lehrkräften eine bedarfsgerechte Unterrichtsgestaltung unter der Beteiligung von Schüler*innen an der inhaltlichen Gestaltung möglich ist. Darüber hinaus nimmt die Demokratiebildung einen gesonderten Platz im schulischen Alltag ein, der sich speziell durch die Förderung demokratischer Strukturen in der Schule auszeichnet.

Noten erst ab Klasse 8!

Die Grüne Jugend SH setzt sich dafür ein, dass Noten erst ab der 8. Klasse 
eingeführt werden und vorher durch individuelle Berichte der Lehrkräfte und regelmäßige Gespräche ersetzt werden.

Genug Geld für gute Bildung!

Die Grüne Jugend SH fordert, dass Deutschland die Ausgaben für Bildung auf mindestens 5,0% des BIP (OECD-Durchschnitt) erhöht. Das Geld soll in einen geringeren Schlüssel von Lehrer*innen und Schüler*innen investiert werden, besonders bei Schulen in herausfordernder Lage, sowie in digitale Infrastruktur und in die Gebäude. Bund, Länder und Kommunen haben sich bei ihrer Haushaltsplanung dafür einzusetzen der Bildung einen dementsprechend höheren Stellenwert einzuräumen.

Schüler*innen stärken im Schulleiter*innenwahlausschuss

Die Grüne Jugend SH setzt sich dafür ein, dass die Schulgemeinschaft in den Schulleiter*innenwahlausschuss künftig 5 Lehrer*innen 3 Schüler*innen (vorher 2) und 2 Eltern (vorher 3) entsendet.

Privatschulgelderwahn stoppen!

Die Grüne Jugend SH setzt sich dafür ein, dass Privatschulen grundsätzlich ihre Beiträge mit dem Ziel staffeln, dass alle Schüler*innen – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern – jede Privatschule besuchen können.

Verpflichtende Erste Hilfe Kurse

Im Lehrplan soll fest verankert werden, dass alle Schüler*innen während der Schulzeit jährlich kostenlos einen Erste-Hilfe Kurs erhalten. Dieser kann an Projekttagen oder im Unterricht stattfinden.

Mitspracherechte in der Landespolitik

Die Grüne Jugend SH fordert ein Rede- und Antragsrecht im Bildungsausschuss des Landes für die Landesschüler*innenvertretungen. Außerdem soll die Landesregierung die Möglichkeit schaffen, dass Kinder- und Jugendbeiräte mit beratender Stimme in kommunalen Jugendhilfeausschüssen sitzen können.

Neue Oberstufe

Wir fordern eine Oberstufe, in der den Schüler*innen mehr Wahlfreiheiten und Raum für persönliche Akzentsetzung ermöglicht werden, als in der aktuellen Profiloberstufe.

Bring your own device (BYOD), JA, aber…

Die mobilen Endgeräte, die viele Schüler*innen bereits besitzen, sollen im 
Unterricht auch verwendet werden, insofern Medienkompetenz ebenfalls vermittelt wird. Für Schüler*innen, deren Eltern sich kein eigenes Endgerät anschaffen können oder wollen, sollen in den Schulen kostenfreie Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden. Die Programme, mit denen im Unterricht gearbeitet wird, müssen entweder kostenlos sein oder von der Schule bezahlt werden. An Schulen sollten generell open source Programme präferiert werden. Außerdem soll für alle Schulen, unabhängig von der Schulform, ein einheitlicher Digitalisierungsstandard geschaffen werden.